… als Missverständnisse vorgestellt werden, dann handelt sich meistens um mediale Ereignisse in der Öffentlichkeit oder um routinierte Verhaltensweisen im Alltag, wo es jedem ziemlich gleich ist, ob es missverstanden oder richtig verstanden wurde.
Besonders im ersten Fall ist die Verlockung groß, über ein aktuelles Missverständnis weiterzuschreiben, was sehr öffentlich ist.  Es wird allerdings nicht als ein Missverständnis interpretiert. Es ist ein großes mediales Ereignis. Es kann vielleicht nur eine kleine Frage aufkommen, ob die umstrittene Buchquelle überhaupt schon gelesen wurde, denn die Texte zu interpretieren, zu verstehen, ohne dass man sie gelesen hatte, naja, wird schwer …
Aber zurück auf die Missverständnisse in der Öffentlichkeit und warum man sich gar nicht wirklich mit den Missverständnissen beschäftigt. Der Begriff Missverständnis ist sehr schon beschrieben und abgegrenzt.  Das Wichtigste in der Definition:
“Kennzeichnend für Missverständnisse ist, dass sie erst dann bemerkt werden, wenn sie schon passiert sind.”
Es betrifft eine Abfolge in der Kommunikation, in der sich Senden, Empfangen und Interpretieren abspielen. Es betrifft aber auch den Kontext, in dem es daruf ankommt ein Verständnis aufzubauen. Ein ausgezeichnetes Beispiel bietet die Marketing- und Werbebranchen, die alles Mögliche unternehmen, um die Kunden zu verstehen und anschließend die Werbebotschaften ob visuell an den Roll Up Bannern oder als Werbetexte oder online Botschaften verständlich zu vermitteln. Verstehen oder Missverstehen ist hier sehr schnell  zu überprüfen. Es sind die Kaufentscheidungen der Empfänger, die ein schnelles und eindeutige Feedback geben.
Es gibt allerding Kontexte, in denen das Verstehen nicht vordergründig ist, auch wenn es sich nicht leicht anhört. Es ist die mediale Öffentlichkeit. Hier geht es darum, erst mal aufzutauchen. Bemerkt zu werden. Und anschließend die gewonnene Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten.
